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Berchtesgaden

Streckensperrungen Berchtesgaden

3 gemeldete Sperrungen in Berchtesgaden – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.

Aktuell gesperrt

Strecke / StelleWas & warumBis wann
Kehlsteinstraße, Obersalzberg – KehlsteinhausDie Kehlsteinstraße ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Auffahren dürfen ausschließlich die Spezialbusse der Kehlsteinlinie, private Pkw, Motorräder und Radfahrer nicht. Im Winter ruht der Busbetrieb ganz.dauerhaft, Busbetrieb nur Mai bis Oktober
Klausbachtal- und Hirschbichlstraße, Ramsau (Hintersee) – Hirschbichl – Weißbach bei LoferDie Straße liegt fast vollständig im Nationalpark Berchtesgaden und ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Befahren darf sie nur der ALMErlebnisBUS sowie Berechtigte; als Grenzübergang nach Salzburg ist der Hirschbichl mit dem eigenen Fahrzeug nicht nutzbar.dauerhaft
B307 Sudelfeldstraße, Landkreisgrenze Rosenheim – Bayrischzell (Richtung Bayrischzell)Auf der klassischen Anfahrtsroute aus dem Inntal sperrt das Landratsamt Miesbach den Abschnitt täglich von 11 bis 21 Uhr für Motorräder, und zwar nur in Fahrtrichtung Bayrischzell; die Gegenrichtung bleibt frei. Mofas und Kleinkrafträder sind ausgenommen.1. April bis 31. Oktober, 11–21 Uhr

Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.

Streckenlage

Streckenzustand auf Rossfeld, B305 und den Talstichstraßen

Das Berchtesgadener Land liegt in der Südostecke Bayerns, eingekeilt zwischen dem Watzmann, dem Untersberg und der Grenze zum österreichischen Salzburger Land. Wer hier mit dem Motorrad unterwegs ist, fährt fast ausschließlich auf Bergstraßen: kurvig, mit teils zweistelligen Steigungen, oft engen Fahrbahnen und Wänden oder Leitplanken direkt am Asphaltrand. Das macht den Reiz aus, verlangt aber konzentriertes Fahren und eine nüchterne Einschätzung des eigenen Könnens. Der Asphalt ist auf den Hauptachsen meist gut, doch auf den Stichstraßen ins Hochgebirge lauern Restfeuchte im Schatten, Splitt aus dem Winterdienst und nasses Laub – gerade in den engen Kehren ein häufiger Sturzgrund.

Motorrad auf der Landstraße vor den Felswänden des Steinernen Meeres
Blick auf das Steinerne Meer

Die anspruchsvollste und zugleich schönste Strecke der Region ist die Rossfeldpanoramastraße, Deutschlands höchstgelegene mautpflichtige Panoramastraße. Sie führt als Ringstraße auf rund 1.600 Meter hinauf und ist als Bundesprivatstraße ganzjährig befahrbar. Die Maut beträgt für Motorräder inklusive Fahrer und Mitfahrer 6,00 Euro, für Pkw 9,50 Euro; bezahlt wird bar oder bargeldlos an den Mautstellen. Die Straße ist über zwei Auffahrten erschlossen: Die Südauffahrt führt über den Obersalzberg zur Mautstelle Süd, die Nordauffahrt beginnt in der Oberau und führt zur Mautstelle Nord. Am Scheitelpunkt liegt der Parkplatz Hennenköpfl, von dem aus sich ein kurzer Spaziergang am Bergrücken mit Rundumblick lohnt. Oben warten enge Kehren, Wind und an manchen Tagen Restfeuchte im Schatten – also die Bremspunkte früh setzen und die Linie sauber halten.

Die zweite Schlagader ist die B305, Teil der Deutschen Alpenstraße. Sie verbindet das Berchtesgadener Land über Schneizlreuth, das Saalachtal und den Sattel der Schwarzbachwacht (rund 868 m, auch Wachterl genannt) mit Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl. Ab der Kreuzung bei Unterjettenberg klettert die Straße über die Bucherbrücke nach Oberjettenberg und weiter hinauf zum Sattel. Die Strecke ist gut ausgebaut, hat aber Abschnitte mit etwa 10 Prozent Gefälle; die Bergseite ist wegen Steinschlag- und im Winter Lawinengefahr mit massiven Schutznetzen gesichert. Sie zählt zu den beliebtesten Motorradstrecken der östlichen Chiemgauer Alpen – was sie auch zu einer der unfallträchtigeren macht: Auf der B305 kommt es im Sommer regelmäßig zu schweren Motorradunfällen, oft durch zu hohes Tempo in den Kurven. Ergänzt wird das Netz durch die B20 als Hauptachse Richtung Bad Reichenhall und die Stichstraßen ins Ramsau-Tal zum Hintersee sowie zum Königssee.

Die Kehlsteinstraße hinauf zum Kehlsteinhaus ist für den privaten Verkehr – also auch für Motorräder – komplett gesperrt. Die sehr schmale, steile Straße ab dem Parkplatz Hintereck am Obersalzberg ist ausschließlich den Linienbussen der Kehlsteinlinie vorbehalten. Das ist keine Schikane, sondern dem fehlenden Platz für Begegnungsverkehr geschuldet.

Wochenend-Andrang auf den Zufahrten

An schönen Wochenenden füllen sich die Hauptstrecken mit Reisemobilen, Tagestouristen und Linienbussen. Die Zufahrten zum Königssee und zum Hintersee stauen sich dann früh, Parkplätze sind ab dem späten Vormittag knapp. Wer Kurven statt Kolonne will, startet früh und plant die fotogenen Ziele für den Morgen ein. Ein Umschwung kann hier innerhalb einer Stunde aus strahlendem Sonnenschein eine nasse, kalte Bergstraße machen – nasse Fahrbahn im Gefälle, Laub und Splitt in den Kehren und kühle Schattenpassagen verlangen dann Reserve im Tempo.

Regeln in Deutschland und gleich hinter der Grenze

In Deutschland gilt für Motorräder: innerorts 50 km/h, außerorts 100 km/h, auf der Autobahn eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h ohne generelles Tempolimit. In verkehrsberuhigten Bereichen ist Schrittgeschwindigkeit vorgeschrieben, in vielen Ortsdurchfahrten und an Gefahrenstellen weisen Schilder ohnehin niedrigere Limits aus – im engen, kurvigen Bergland sind 50 bis 70 km/h auf vielen Abschnitten die realistische Obergrenze. Für Motorräder fällt in Deutschland keine allgemeine Autobahn- oder Straßenmaut an – Gebühren werden nur auf privaten Mautstraßen wie der Rossfeldpanoramastraße erhoben. Die Promillegrenze liegt bei 0,5; für Fahranfänger in der Probezeit und unter 21 Jahren gilt 0,0. Helmpflicht versteht sich von selbst.

Wer über die Grenze nach Österreich rollt – etwa Richtung Salzburg oder ins Saalachtal auf österreichischer Seite – muss umdenken: Auf Autobahnen und Schnellstraßen ist eine Vignette Pflicht. Für Motorräder gibt es einen eigenen Tarif; 2026 kostet die 10-Tages-Vignette rund 5–5,40 Euro, die 2-Monats-Vignette etwa 12,80–13,50 Euro und die Jahresvignette rund 42,70 Euro. Wer ausschließlich auf Landstraßen unterwegs bleibt, kommt vignettenfrei aus. Zusätzlich kommen auf manchen Alpenrouten Sondermauten dazu. In Tirol gelten zudem in den Bezirken Reutte und Imst jährlich von 15. April bis 31. Oktober Fahrverbote für besonders laute Motorräder: Maschinen mit einem in der Zulassungsbescheinigung eingetragenen Standgeräusch von mehr als 95 dB(A) dürfen ausgewiesene Strecken (u. a. Hahntennjoch, Lechtal Straße B198, Tannheimer Straße B199, Berwang-Namloser Straße) nicht befahren. Das betrifft das nähere Berchtesgadener Umfeld zwar nicht direkt, ist aber für Tagesausflüge tiefer nach Österreich relevant. Die Promillegrenze in Österreich liegt ebenfalls bei 0,5, das Tempolimit außerorts bei 100 km/h.

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